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Die Stahlbautechnik

Der Stahlbau ist ein Teilgebiet des konstruktiven Ingenieurbaus. Um zu entscheiden, ob für eine Konstruktion die Wahl der Stahlbauweise sinnvoll und wirtschaftlich ist, muss man deren Vor- und Nachteile kennen.

NACHTEILE DER STAHLBAUWEISE

  • Unbehandelter Baustahl korrodiert (rostet) in der Atmosphäre, im Wasser und im Boden. Stahlkonstruktionen benötigen daher einen Korrosionsschutz, der von Zeit zu Zeit ausgebessert bzw. erneuert werden muss.
  • Stahl ist nur mit maschinellen Einrichtungen unter Einsatz geschulter Arbeitskräfte zu bearbeiten, wodurch die Produktionskosten erhöht werden.
  • Stahlkonstruktionen sind zwar in der Luft nicht brennbar, haben jedoch ohne besondere Vorkehrungen einen relativ geringen Brandwiderstand, weshalb bei Hochbaukonstruktionen meist besondere Brandschutzmaßnahmen erforderlich werden.
  • Tragende Stahlkonstruktionen bilden im allgemeinen keine raumabschließenden schall und wärmedämmenden Wandkonstruktionen.

Stahlbautechnik

VORTEILE DER STAHLBAUWEISE

  • Stahl hat von allen Massenbaustoffen die höchsten Festigkeitswerte, den höchsten Elastizitätsmodul und das günstigste Verhältnis von aufnehmbarer Last zu Konstruktionsgewicht. Dadurch wird die Stahlbauweise konkurrenzlos bei weitest gespannten, extrem hohen oder extrem schlanken Konstruktionen, sowie bei Konstruktionen, die im Betrieb bewegt werden müssen.
  • Stahlkonstruktionen haben die am weitesten gesicherte Güte. Stahl und die daraus gefertigten Produkte sind Industrieerzeugnisse, deren Qualitätseigenschaften in engen Grenzen variieren, infolge der laufenden Kontrolle garantiert werden und vor Herstellung der Konstruktion bekannt sind. Die aus diesen Produkten gefertigten Stahlkonstruktionen unterliegen in der Werkstatt und auf der Baustelle weiteren Qualitätskontrollen, sodass bei Stahlbauten eine lückenlose Überwachung vom Ausgangsprodukt bis zur fertigen Konstruktion nicht nur gegeben ist, sondern auch dokumentiert werden kann.
  • Stahlkonstruktionen sind Fertigteilbauten. Daraus resultieren kurze Bauzeiten und frühe Nutzung, verbunden mit geringeren Kapitalkosten, geringeren Auswirkungen bei Lohn- und Preissteigerungen und früherem Produktionsgewinn. Stahlbauwerke werden unabhängig von der Witterung erstellt, brauchen an der Baustelle wenig Platz für Rüstungen, brauchen nicht auszutrocknen und sind sofort nach der Errichtung voll belastbar. Infolge ihrer engen Toleranzen werden beim weiteren Ausbau nur geringe Anpassarbeiten erforderlich.
  • Stahlkonstruktionen sind veränderungsfähig. Sie ermöglichen auch nach der Fertigstellung eine Anpassung an geänderte Betriebsanforderungen durch Verstärkungen, Stützen- und Trägerauswechslungen, Anordnung von Durchbrüchen, Befestigung weiterer Konstruktionsteile usw.
  • Stahlkonstruktionen sind nach Beschädigungen leicht zu reparieren. Treten z.B. durch Fahrzeuganprall, Brand, Explosion usw. Beschädigungen auf, so können die schadhaften Teile mit geringem Aufwand gerichtet oder durch neue Konstruktionsteile ersetzt werden.
  • Stahlkonstruktionen können demontierbar ausgeführt werden. Sie sind daher für oftmaligen, ortsvariablen Einsatz geeignet, wie z.B. für Schalungen, Rüstungen, Behelfskonstruktionen, fliegende Bauten.
  • Stahlrohre und Behälter sind ohne besondere Behandlung flüssigkeitsdicht und gasdicht.
  • Stahlkonstruktionen gestatten die Anwendung des gestalterischen Elementes "Farbe" ohne Mehrkosten.
  • Ausgediente Stahlkonstruktionen werden verschrottet. Der Schrott wird bei der Stahlerzeugung als wertvoller Rohstoff ohne Rückstand verarbeitet (Recycling). Der Schrotterlös deckt einen Teil der Abbruchkosten.

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