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Alle Jahre wieder – der Christbaum brennt!

Die Weihnachtszeit ist für die zahlreiche Menschen die schönste Zeit des Jahres. Vielerorts wird der Christbaum geschmückt und mit Kerzen versehen, um so auch an grauen Tagen für eine helle und besinnliche Stimmung zu sorgen. Doch gerade diese Idylle kann schnell umschlagen und in einem unachtsamen Moment zu einem Wohnungsbrand führen.

So kann bereits ein kleiner Funken genügen, um in Sekundenschnelle einen Brand auszulösen und der besinnlich geschmückte Christbaum steht lichterloh in Flammen. Im Zeitraum vor und nach Weihnachten und den Heiligen drei Königen ereignen sich in österreichischen Haushalten durchschnittlich 500 Brände. Ein Vergleich mit dem Rest des Jahres zeigt, dass die Gefahr eines Wohnhausbrandes in dieser Zeit ungefähr sechs Mal höher ist als im Jahresschnitt. Nicht selten geht der Brandschaden auf einen brennenden Christbaum zurück.

Tipps vom Experten

Bauvz.at befragte zu diesem Thema Thomas Mussbacher, Löschmeister bei der Betriebsfeuerwehr der Grazer Oper. Herauskam eine Liste wertvoller Tipps zum Thema Brandschutz in der Weihnachtszeit.

 

Feuerwehrmann Sehr schnell kann der Weihnachtsabend in einer Katastrophe enden.

Ein Brand kann unheimlich schnell entstehen - diese Gefahr dürfen Sie niemals unterschätzen!

Thomas Mussbacher Löschmeister BTF Oper Graz

 

Wie der Christbaum zu einem gefährlichen Brandherd mutiert

Begünstigt wird die Entstehung eines Brandes dadurch, dass Weihnachtsbäume in beheizten Wohnräumen sehr schnell austrocknen. Denn die größte Brandgefahr entsteht dann, wenn eine Flamme auf verdorrte und demnach leicht entzündbare Äste übergreift. Der trockene Christbaum kann dann innerhalb von lediglich 20 Sekunden in Vollbrand stehen und nach weiteren 70 Sekunden vollständig ausbrennen. Ein Grund für diese schnelle Ausbreitung des Feuers findet sich in den Nadeln, von denen ein zwei Meter hoher Baum im Durchschnitt 400.000 besitzt. Diese Nadeln bestehen hauptsächlich aus Wasser, ätherischen Ölen (Harz) und Zellulose. Die ätherischen Öle, die selbst bei sehr warmen Zimmertemperaturen in den Nadeln verbleiben, sind leicht entflammbar und führen schnell zu einem brennenden Christbaum.

Beherzigen Sie folgende Expertentipps um einen Christbaumbrand zu verhindern:

Besondere Vorsicht mit Kerzen

Brennende KerzeSofern der Christbaum mit brennenden Kerzen bestückt wird, sollten dieses stets beaufsichtigt und nie allein gelassen werden. Bei Verlassen des Raums sind diese demnach zu löschen. Anzuzünden sind diese stets von oben. Es sollten keine Sprüh-, Wunderkerzen oder Sternspritzer verwendet werden, da diese Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius erreichen und ein kleiner Funke die Nadeln blitzschnell in Brand setzen könnte. Ideal sind elektrische Lichter und Kerzen mit VDE-Zeichen und nichttropfende Kerzen. Die Kerzen sollten ferner nicht unter einem Ast angebracht werden und gemeinsam mit dem Halter senkrecht stehen. Heruntergebrannte Kerzen sind rechtzeitig zu ersetzen. Feuerfeste Unterlagen sind zu bevorzugen. Ferner sollten ausschließlich Sicherheitszündhölzer zum Einsatz kommen.

  • Brennende Kerzen stets beaufsichtigen
  • Beim Verlassen des Raumes, alle Kerzen löschen
  • Sprüh- und Wunderkerzen erhöhen das Riskio auf einen Brand
  • Kerzen nicht direkt unter einem Ast anbringen
  • Kerzen rechtzeitig erneuern
  • Feuerfeste Unterlagen und Sicherheitszündhölzer sind zu empfehlen

Nur ein standfester Baum ist sicher

ChristbaumstaenderBeim Aufstellen des Baumes ist für einen sicheren und festen Stand zu sorgen. Damit soll verhindert werden, dass dieser umkippt bzw. leicht umgestoßen wird und die Flammen vom Hausrat Besitz ergreifen. Eine gute Alternative stellen mit Wasser befüllbare Ständer dar. Auf diese Weise bleibt der Weihnachtsbaum auch länger frisch. Der Christbaum sollte ferner in sicherem Abstand von mindestens 50 Zentimeter zu anderen brennbaren Gegenständen aufgestellt werden, speziell Möbel, Teppiche, Vorhänge und Geschenkpapier. Zugluft ist zu unterbinden, damit flackernde Kerzen nicht eine zusätzliche Gefahr darstellen und zu einem brennenden Christbaum führen.

  • Für einen sicheren und festen Stand des Baumes sorgen
  • Alternativ mit Wasser befüllte Ständer verwenden
  • Sicherheitsabstand zu brennbaren Gegenständen einhalten
  • Brennende Kerzen keiner Zugluft aussetzen

Trockene Äste begünstigen einen Brand

Je früher der Christbaum gekauft wird, desto stärker trocknet dieser bis zum Heiligen Abend aus. Demnach sollte dieser erst kurz davor erworben werden und stets kühl im Freien oder in einem Gefäß mit Wasser aufbewahrt werden. Trockene Äste und Zweige sind umgehend zu entfernen, da diese einen brennenden Christbaum begünstigen.

  • Christbaum erst kurz vor dem Heiligen Abend kaufen
  • Im Freien oder in einem Gefäß mit Wasser aufbewahren
  • Trockenes Geäst entfernen

Baumschmuck in sicherer Entfernung anbringen

ChristbaumschmuckLametta, Figuren etc. sollten einen Mindestabstand von 20 cm von den Kerzen aufweisen. Auch sonstiger Baumbehang, der aus leicht brennbarem Material besteht, sollte in sicherer Entfernung angebracht werden. Bei Lichterketten ist darauf zu achten, dass die Glühbirnen nicht zu nah an leicht brennenden Objekten wie Papierdekorationen oder Strohsternen liegen. Zu beachten ist zudem, dass falsche Glühbirnen viel Energie ziehen, wodurch dünne Stromkabel überhitzen und Schwelbrände auslösen könnten. Von Christbaumschnee aus Spraydosen wird angesichts des brennbaren Treibmittels abgeraten.

  • Baumschmuck mindestens 20 cm entfernt von Kerzen platzieren
  • Lichterketten nicht in der Nähe von Papierdekor aufhängen
  • Dünne Stromkabel überhitzen leichter und begünstigen Scwelbrände
  • Auf Christbaumschnee verzichten

Richtige Vorkehrungen

Es ist sinnvoll, eine Gießkanne, Löschdecke, einen Scheuerlappen oder einen gefüllten Wassereimer für den Fall einer Unachtsamkeit bereitzustellen. Falls noch nicht geschehen, sind Rauchmelder zu montieren, die kleinste Rauchpartikel erkennen können und schnell Alarm schlagen. Auch ein Feuerlöscher sollte stets griffbereit sein. Denn wird dieser bei einem brennenden Christbaum nicht innerhalb von 2 bis 3 Sekunden eingesetzt, ist es zumeist schon zu spät.

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